Schon kurz nach Veröffentlichung der ersten CD entstanden neue Songideen, Texte und Melodien, die ich musikalisch so umsetzen wollte, dass Musik und Sprachinhalt noch stärker korrespondieren. Gero Koerner war – mit der ihm eigenen musikalischen Empathie und Kreativität – der ideale Partner für dieses Projekt und gemeinsam mit ihm entstanden in relativ kurzer Zeit dann die zehn neuen Songs der CD nach Norden. An zwei Tagen im März 2018 spielten wir sie in neuer Quartett- Besetzung in der entspannten Atmosphäre der Bonner Hansahaus-Studios bei Klaus Genuit ein. Die konzentrierte Aufnahmesession hat viel Spaß gemacht. Mein Dank geht an alle, die an der Entstehung dieser CD beteiligt waren, und insbesondere an Gero Koerner und Klaus Genuit.

Die Band

Gero Koerner

piano, co-composer, co-producer
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Werner Lauscher

bass
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Benedikt Hesse

drums, percussion
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Hier finden Sie Hörproben meiner Songs:

Hier finden Sie einige meiner Songtexte:

Nach Norden

Wenn die Wolken Dächer bauen
und wenn Wind die Häuser streicht
wenn Wege keine Schatten malen
und Wasser die Konturen aufweicht

dann will ich nach Norden
wo es angefangen hat
die warmen Tage ohne Nacht
waren aus blauem Licht gemacht
bis die dunkle Kälte
nicht mehr zu Ende ging

Wenn Hell und Dunkel Plätze tauschen
und wenn Dämmerung Farben einwebt
wenn Straßenlampen heller leuchten
das letzte Blatt zu Boden geht

dann will ich nach Norden
wo es angefangen hat
die langen Tage ohne Nacht
waren aus blauem Licht gemacht
bis die letzte dunkle Kälte
nicht mehr zu Ende ging

Wenn Fenster ihre Lider schließen
und wenn der graue Nebel fällt
wenn die Nacht die Türen öffnet
und den Fluss der Zeit anhält

dann will ich nach Norden
wo es angefangen hat
noch mal alles nicht vermissen
noch mal gar nichts davon wissen
wie das anfängt wenn
es zu Ende geht

Im Kartenhaus

Willkommen hier im Kartenhaus
zu einer neuen Runde
für jeden gibt’s ein neues Spiel
und wer verliert spielt weiter
bis zur allerletzten Stunde

Im Kartenhaus wird neu gemischt
verteilt wird was zu sehen ist
wer kennt die Karten die er zieht
für wen ist was man noch nicht sieht

Die Karten sind schon aufgedeckt
und ungeniert wird eingesteckt
wer spielt mit mir wer gegen mich
ein Wechselreim von Tisch zu Tisch

Die Regeln bleiben ungenannt
nimmst du die Karten in die Hand
bist du zu deinem Spiel bereit
bist du dabei auf unbestimmte Zeit

Gezinkte Karten sind im Spiel
und Trümpfe gibt es wohl nicht viel
wer ist zum Spielen auserkoren
wer hat von Anfang an verloren

Ein Platz ist frei im Kartenhaus
zu einer neuen Runde
für jeden gibt’s ein eigenes Spiel
und wer verliert spielt weiter
bis zur allerletzten Stunde

Erinnerungsstück

Ankunft ohne Orientierung,
Anhaltspunkte sind unklar
und nichts weist darauf hin
dass es einmal anders war

du hast deine Geschichte
am Bahnhof abgegeben
und wirst solang‘ du hier bist
zwischen Häuserfluchten leben

Treiben tief im Stadtgewimmel
die andere Seite dieser Welt

Dunkelfahrt über die Brücken
mit den alten Rissen
kopfüber und kopfunter
in der Blutbahn dieser Stadt

Dunkelfahrt um alle Plätze
und von nichts mehr wissen
und endlich dann erinnern
wie es angefangen hat

die Nacht steckt tief im Mantel
bei dieser überstürzten Fahrt
sie ist Souffleuse der Gedanken
und nagt an deiner Gegenwart

du gibst es auf, du gibst es frei
und hältst nichts mehr zurück
was bleibt ist die Erinnerung
an ein Erinnerungsstück